Streiten, heulen, bocken und sich trotzdem mögen

Hallöchen!
Wie ihr ja bestimmt mitbekommen habt, sind wir hier in Florida mit einem befreundeten Pärchen und deren Tochter. Und deshalb berichte ich euch heute mal, wie es so ist, mit zwei Kleinkindern den Tag zu verbringen.
Prinzipiell läuft es sehr gut. Die Kinder spielen schön zusammen, fangen sich, plantschen im Pool, toben am Strand oder kuscheln und drücken sich (wenn auch nur kurz, denn der Mini Chef – typisch Mann – macht dann immer schnell den Unnahbaren). Klingt nach Friede, Freude, Sonnenschein? Der Schein trügt kann ich da nur sagen. Denn ungefähr 5-10 Mal am Tag wird diese friedliche Ruhe von jähem Geschrei, Geheule oder Gebocke brutal unterbrochen, weil entweder der Mini Chef seinem Unmut Luft macht oder die Kleine von unseren Freunden. Hola die Waldfee. Da steppt der Bär sag ich euch.
Grund für die meisten Kreischanfälle (wie sollte es auch anders sein) ist Spielzeug. Spielt einer mit einem Spielzeug, will es es der andere und umgekehrt. Und wir haben wirklich schon fast alles in doppelter Ausführung: zwei Bälle, zwei Kipper, zwei Flugzeuge, zwei Matchboxautos und und und. Und trotzdem gibt es Streit. Uuuuuuuunnnnnfassbar!
Oft spielt es sich so ab: Der Mini Chef hat irgendwas in den Händen, die Kleine von unseren Freunden kommt und nimmt es ihm weg. Und schon geht die Sirene vom Mini Chef an. Die Kleine gibt es ihm dann auch fast immer sofort wieder zurück, weil sie wahrscheinlich selber völlig erschrocken ist über die plötzliche Lautstärke in gefühlten 130 Dezibel. Aber trotzdem wird erstmal kurz weiter gebrüllt. Aaaaaanstrengend!
Dazu muss man sagen, dass die Kleine bereits im Kindergarten ist und im Kindergarten geht es wahrscheinlich auch mal etwas härter zu. Da nehmen sich die Kinder wahrscheinlich öfter was weg. Der Mini Chef ist allerdings noch nicht im Kindergarten und kann mit solchen Situationen überhaupt nicht umgehen. Natürlich bekommen wir auch zuhause Besuch von anderen Kindern, aber da sind die Kinder ja in “unserem Revier” und hier sind beide Kids auf neutralem Boden und da gilt wohl das Darwins Gesetz “Der Stärkere gewinnt.” Wer das in unserem Fall ist, kann man gar nicht eindeutig sagen. Die Kleine gewinnt auf den ersten Blick, da sie vom Spielzeug Besitz genommen hat. Der Mini Chef gewinnt aber auf den zweiten Blick, da er durch sein Geheule das Spielzeug immer wieder zurück bekommt.
Naja….wir Erwachsenen verdrehen da schon öfter mal am Tag die Augen. Oder irgendeiner von uns redet sich den Mund fusselig: “Nein, du darfst ihm das Spielzeug nicht wegnehmen, wenn er es zuerst hatte. Und nein, du musst doch deswegen nicht weinen. Hol dir das Spielzeug einfach zurück oder nimm dir ein anderes Spielzeug.” Und so weiter und sofort.
Da kann ich mich ja jetzt schon mal frisch machen, wenn der Mini Chef ein Geschwisterchen bekommt. Wird das dann auch so sein oder ist das bei Geschwistern nicht so schlimm? Bis dahin muss ich noch mein inneres Ying und Yang ausbalancieren. Dann stehe ich solchen Heul-, Bock- und Kreischattacken wahrscheinlich gelassener gegenüber.
Da kann ich nur noch sagen: Prost! Auf die Freundschaft – und genehmige mir ein Schlückchen Baileys mit Eis. Mein Freundin nimmt mir den übrigens nicht weg und ich fange auch nicht an zukreischen. Wir haben nämlich beide einen und es jibt keinen Streit.
Ich stelle also fest: Mit Kinderaugen betrachtet, kann ich nur sagen – und täglich grüßt das Murmeltier, denn morgen wird es wieder ganz genauso sein.
Eure Dajana

2 Comments

  • Mareen

    12. Dezember 2013 at 6:55

    Welcome to my world! 🙂 Und ja, genau SO wird das mit Geschwistern. Meine Jungs streiten sich jeden Tag. Um Spielzeug, um Aufmerksamkeit, um wer zu erst auf dem Hocker zum Schuhe anziehen sitzen darf. Aber dann haben sie sich auch mal gaaaanz lieb und der Große teilt die Schoki aus seinem Adventskalender freiwillig mit seinem kleinen Bruder… Dann ist mein Ying und Yang auch wieder okay. 😉

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  • Wiebke

    14. Dezember 2013 at 12:41

    Ich kenne es nur allzu gut. Als Wirbelwind so ein Jahr alt war, war das noch nicht. Da hat sie alles brav geteilt. Jetzt rastet sie aus, wenn jemand auf "Ihre" Rutsche, "Ihr" Klettergerüst geht, oder sich mal den Eimer ausleiht. "Meine", das ist eines ihrer Liebelingswörter momentan. Es ist also ganz normal, sage ich mir immer wieder. Und es wird ja besser. Irgendwann verstehen sie es, dass Teilen auch etwas Gutes sein kann… 😉

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