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Die Grummelmama hat gebloggt und zwar als Gast auf “Mit Kinderaugen”

Hallöchen!
Ach was freue ich mich, denn heute kann ich mal ne kleine Pause einlegen. Denn heute darf ich euch voller Stolz den zweiten “Mit Kinderaugen” Gastbeitrag präsentieren.
Heute bloggt die grummelige Katja für euch vom super coolen Blog Grummelmama. Katja´s Schreibstil ist absolut genial. Frech und witzig. So mag ick ditte, wa?! Ich lese regelmäßig die grummeligen Beiträge und freue mich immer wieder über neue Posts von Katja.
Manchmal frage ick mich echt, was ich früher so gelesen habe?! Als es noch keene Blogs gab. Wahrscheinlich habe ich mich da noch mit dem großen Chef unterhalten. Dafür habe ick jetzt leider keene Zeit mehr. Ick muss Blogs lesen!
Also…ick wünsche euch viel Spaß mit Katja´s Gastbeitrag!
Ihr lieben Leserinnen und Leser von
Mit
Kinderaugen
! Hier bin ich heute also und darf gastbloggen – Katja,
mittlerweile 34 Jahre jungalt und Grummelmama von zwei Mädels (fast 5 und 1 ½).
Ich freute mich total über Dajanas Anfrage und habe die ganze Zeit überlegt,
was ich eigentlich schreiben möchte… Das ist ganz schön schwer, denn auf dem
eigenen Blog hat man so seinen Lauf, seine Leser und seine Themen – man ist
quasi im eigenen Wohnzimmer. Als Gast, der zum ersten Mal da ist, ist es im RL
wie in der Bloggerwelt dann doch so, dass man verschämt vor der Haustüre seine
Schuhe auszieht, bemerkt, dass man Löcher in den hässlichen Socken hat und
nicht recht weiß, was man sagen soll. Also tue ich einfach mal das, was ich im
RL auch tun würde: Ich sage Dajana, was sie für eine schöne Wohnung/Blog hat! Mal ehrlich, ich bin schon immer schweigend beeindruckt, was man so alles
machen kann und wie viele unterschiedliche Blogs und Themen es in der
Mama-Blog-Welt so gibt. Ihr nicht? Letztendlich habe ich mich dann entschieden,
die Löcher in den Socken zu vergessen und einfach über das Älterwerden mit
Kindern zu schreiben.
Kennt ihr das? Ihr wacht morgens
auf und denkt ganz verschlafen „Och nöööö, ich will niiiiiicht“ und wollt euch
einfach umdrehen, nur noch ein Mal? Das sind die Momente, in denen ich geradezu
auf meine Mutter warte, die mir liebevoll über die kissenfaltenzerknitterte
Wange streicht und mir leise, zärtlich, ABER bestimmt klarmachen möchte, dass
ich aufstehen muss. Jetzt. Aber was passiert stattdessen? Die Vierjährige kommt
mit Karacho ins Schlafzimmer gestürmt, hüpft aufs elterliche Bett und macht
einem liebevoll, ABER bestimmt klar, dass die Schlafenszeit nun scheinbar
endgültig vorbei ist. Weil sie Pipi musste. Und Hunger hat. Und im Hintergrund
hört man leise, aber deutlich das „Pipi-Kacka“-Lied der 1 ½ – Jährigen, das
neben Fäkalien auch vom plötzlichen Ende der Nacht berichtet.
Also merke ich, offensichtlich
nicht mehr 15 und im eigenen Kinderzimmer, dass ich wohl oder übel aufstehen
und Frühstück machen muss.  Wie oft hatte
ich in meinem kindlichen Leichtsinn Mutter-Vater-Kind gespielt? Und nie wollte
ich dabei einfach nur im Bett liegen bleiben und mir die Decke über den
verschlafenen Kopf ziehen. Kinder, Kinder, was man sich so alles vorstellt,
wenn man klein und voller Tatendrang ist – und einem alles auf der Welt
spannender vorkommt, als im Bett zu liegen und zu schlafen.
Wann genau rutscht man eigentlich
von der einen Ebene in die nächste, in der sich die Prioritäten der Tages- und
Nachtgestaltung verschieben, sich die Reifungsprozesse der Gedanken und des
gesamten Gehirns jedoch dieser Prioritätenverschiebung nicht anpassen können?
Was ich damit sagen will? Dass ich zwar total erwachsen bin, was Ruhe- und
Schlafbedürfnis angeht, aber auf dem Level einer Teenagerin stehengeblieben
bin, was Blödsinnsideen oder Tagesgestaltung betrifft.
  Ja, hätte ich keine Kinder und nichts zu tun,
würde ich den ganzen Tag im Schlafanzug vor dem Computer sitzen, Pizza futtern
und namhafte MMORPGs spielen oder einfach nur mit Kaffee und Zigaretten auf dem
Balkon abhängen, während ich ein Buch nach dem anderen verschlinge. Ja. Das
würde ich tun. Ich würde mit Freundinnen shoppen gehen, am Abend in Kinos und Cocktailbars abhängen
und meine Wände mit Postern von Leuten aus Serien tapezieren, für die mein postpostpubertäres
Herz gerade schlägt.
Und während ich über solche Dinge nachdenke, mache ich
meine Töchter für den Kindergarten und die Kita fertig, während mir nebenher
schon der Staubsauger, der Geschirrspüler und die Fensterscheiben strafende und
mahnende Blicke zuwerfen. Am liebsten möchte ich fest aufstampfen und laut
„Menno! Ich hab keinen Bock!“ brüllen und meine Zimmertüre zuknallen, um kurz
darauf mein Lieblingslied auf Dauerschleife und volle Lautstärke zu drehen,
aber stattdessen räume ich das Kinderzimmer der Mädels auf, schüttele Teppiche
aus und mache mich an die Haushaltsliste, die in meinem Kopf Purzelbäume
schlägt. Rauchen tue ich übrigens seit Jahren nicht mehr.
 Ich hoffe an dieser Stelle sehr,
sehr, sehr, dass ich nicht alleine bin mit diesen ambivalenten Gedanken und
Gefühlen, die mich an manchen (vielen) Tagen (immer) begleiten, während ich
irgendwie darauf warte, erwachsen zu werden. Denn wie, frage ich mich, soll ich
Mutter für zwei Schulkinder, Teenager-Mädels und junge Frauen werden, wenn ich
mich selbst keinen Tag älter als 15 oder 16 fühle? Wird es dadurch einfacher,
mit den Kindern zu kommunizieren – oder werde ich einfach nur als die peinliche
Mutter enden, die meint, hipp und cool zu sein, während ihre Kinder sich in
Grund und Böden für sie schämen? Naja, ehrlich gesagt ist es mir auch ein
klitzekleines bisschen (total) egal – denn irgendwie mussten wir das wohl alle
durchleben.
Und wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wünschte ich mir, NIE
wirklich erwachsen zu werden. Denn was bliebe dann noch? In diesem Sinne: Haut
rein, aber nicht zu sehr – und versucht wie ich alles zu verbinden, was das
Leben lebenswert und gleichzeitig möglich macht. Mischen wir einfach eine Prise
Carpe Diem mit einem Esslöffel voll Vernunft und fügen eine kleine Portion Unfug und Quatsch hinzu. Dann kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen,
oder?

 

3 Comments

  • Lepidoptera

    12. Februar 2014 at 6:28

    Hihi und ich dachte schon ich kann keine richtige Mutter werden weil ich noch nicht erwachsen geworden bin 😀 bzw hätte keine Mutter werden sollen, aber eigentlich freuen sich die Kinder auch mehr über Unsinn und Quatsch als über saubere Küchen und Vernunft. Toller Beitrag, den Blog muss ich auch lesen (als gäbe es noch nicht genug ;-))

    Antworten
  • mamafraumensch

    12. Februar 2014 at 8:12

    Danke für diesen Gastbeitrag an euch beide!

    Hört sich doch alles sehr (un)vernünftig an… und aus diesem Grund denke ich, dass du nicht zu den peinlichen Mamas gehören wirst! Und diese "Och nööö!"-Gedanken hatten und haben alle mal (mich eingeschlossen)…

    Zehn nach neun… da HÄTTE ich mich wohl einfach nochmal umgdreht, anstatt der Mausemaus beim Zerreißen des aktuellen Hess Natur Katalogs (kannte ich vorher auch nicht) zuzuschauen und sie vom Nach-Hinten-Umkippen bei ihren ersten Sitzversuchen abzuhalten. In diesem Sinne – Euch einen schönen Tag noch!

    Lg, Anja

    Antworten
  • Anne

    12. Februar 2014 at 9:20

    Liebe Grummelmama im Wohnzimmer von Dajana, nein! Du bist nicht allein mit Deinen ambivalenten Gefühlen. Dein Post spricht mir aus der Seele. Ich warte auch seit Jahren darauf, dass ich morgens erwache und denke: " Jippi, 7 Uhr, gleich erstmal fröhlich zum Finanzamt radeln und die Steuererklärung angeben und dann ab zur TÜV." Passiert nicht. Ich rede mir dann ein, dass mein Denken ja quasi von höchster Stelle abgesegnet ist, denn: "So Ihr werdet nicht wie die Kinder…" Und nun muss ich auch schon wieder los, Du verstehst, das Finanzamt… 😉

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