• Home
  • /
  • Blogging
  • /
  • Das zweite Kind: Ein Gastartikel von Anna vom Blog “Berlinmittemom”

Das zweite Kind: Ein Gastartikel von Anna vom Blog “Berlinmittemom”

Hallöchen!

Der heutige Gastartikel kommt von einer ganz besonderen Frau und Bloggerin. Die Rede ist von Anna vom Blog Berlinmittemom. Ick denke ihr kennt ihren Blog, denn Anna gehört zu den Mama Bloggerinnen der ersten Stunde und ihr Blog überzeugt durch Vielfältigkeit und vor allem durch wunderbare Texte. Anna ist nämlich in der Lage, dich mit ihren Texten abzuholen und auf eine Reise mitzunehmen.

Ich mag ihren Stil unwahrscheinlich gern. Noch mehr mag ich ihre Rezepte und ihre Fotos der Brotdosen (wie der Ossi sagt) ihrer Kinder. Anna zaubert da nämlich tagtäglich kleine Lebensmittel-Kunstwerke in die Brotdosen ihrer Kinder. Ick gehe janz stark davon aus, dass ihre Kinder mittlerweile steinreich sind, da ihnen in der Pause auf dem Schulhof viel Geld für den Erwerb ihrer gefüllten Brotdosen angeboten wird.

Ich danke dir liebe Anna für deinen wunderbaren Text. Du bist ne tolle und starke Frau und das spiegelt sich auch in deinen Texten wieder. Ick würde mich freuen, wenn du mal zu Besuch kommst. Wahlweise müsstest du dann aber kochen, backen oder meine Brotdose befüllen. Kannste dir aussuchen!

Viel Spaß mit den Artikel von Anna!

Eure Dajana

Liebe Dajana,
nun bist du Zweifachmama, dein
kleines Mädchen ist angekommen und liegt sicher in deinen Armen und alles ist
neu – du bist jetzt Mutter von zwei Kindern.

 

Ich weiß, vieles fühlt sich
vertraut und gut an, weil du es wieder erkennst. Wahrscheinlich geht es dir
körperlich ähnlich wie nach der ersten Geburt (abgesehen von den Nachwehen, die
sind schlimmer und keiner sagt es einem vorher!), auch die Gefühlslage ist
bestimmt vergleichbar, wenn du dein neugeborenes Töchterchen anschaust. Aber
gleichzeitig spürst du jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit diese Überwältigung,
an die ich mich aus den Tagen nach der Geburt meines Sohnes ebenfalls gut
erinnere: oh Gott, es sind jetzt ZWEI! Und ich kann mich nicht zerteilen! Ich
bin nur EINE, aber diese beiden Kinder, MEINE Kinder, brauchen jedes seine
Mama!
Bildrechte: Berlinmittemom

 

Dieses Gefühl teilst du ziemlich
sicher mit allen Müttern, die mehr als nur ein Kind haben und es hilft dir gar
nicht, wenn ich dir jetzt sage, dass es beim Dritten alles nur noch halb so
wild ist. Du bist über Nacht die Mama von zwei Kindern geworden – das ist deine
Herausforderung. Die kann sich überwältigend anfühlen, aber lass mich dir
sagen, es wird wunderbar.

 

Über das, was sich verändern wird,
wenn ein zweites Kind kommt, habe ich für dich und deine Leser*innen sowie für
alle (werdenden) Mamas ein paar Gedanken aufgeschrieben – Was passiert, wenn
das zweite Kind kommt?

 

DIE LIEBE

 

Ich erinnere mich an die leise
Unsicherheit bei bzw. kurz vor der Geburt meines Sohnes: kann ich ein zweites
Kind so sehr lieben, wie das erste? Wird meine Tochter meine Liebe jetzt
weniger spüren, weil ich sie werde aufteilen müssen zwischen doppelt so vielen
Kindern wie vorher? Habe ich genug davon für mehr als ein Kind?

 

Die Antwort ist: ja! Eins der
Wunder bei der Geburt des zweiten Kindes ist die unmittelbare Erfahrung, dass
Liebe sich nicht zwischen zwei Kindern halbiert, sondern dass sie sich
vermehrt. Da ist ein neuer kleiner Mensch, den hast DU gemacht, du hast ihn
geboren und in die Arme geschlossen, und du liebst ihn so fürchterlich, wie du
es vorher nicht hättest ahnen können. Aber so ist es: die Liebe vermehrt sich.
Und die Liebe für das ältere Kind oder für den Vater der Kinder leidet darunter
nicht, im Gegenteil. Es ist, als ob sich all das potenziert, was vorher schon an
Familienliebe und Liebe zum Kind da war – mehr Liebe für mehr Menschen.
DER CLAN

 

Ein weiteres großartiges Gefühl,
das sich mit der Geburt des zweiten Kindes einstellt, ist ein noch deutlicheres
Familiengefühl, als zuvor. Natürlich ist auch eine Familie mit weniger
Mitgliedern eine Familie, gar keine Frage. Aber ich denke voller Glück an
dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit zurück, das ich empfand, als nach der
Geburt meines Sohnes endlich mein kleines Mädchen an mein Krankenhausbett trat:
wir waren nun zu viert und das fühlte sich wundervoll an. Wir hatten die
Familie vergrößert, und sehr schnell stellten wir fest, dass das auch für
unsere Tochter bedeutete, dass sie nun eine Person mehr in ihrem Leben hatte,
die zu ihr gehörte. Wir waren stärker geworden, einer mehr – ein Clan. Dieses
Bewusstsein dafür, zusammen zu gehören, eine Einheit zu sein, die jeden
einzelnen von uns stärker machte, wuchs mit jedem Tag. Das war eine wunderbare
Erfahrung.

 

DIE GELASSENHEIT

 

Zugegeben, das ist ein Gefühl, auf
das man ein bisschen warten muss und um das man vielleicht sogar ein wenig
kämpfen muss, aber es kommt, ganz bestimmt. Zwei Kinder zu haben bedeutet
nämlich sehr schnell, dass man sich eine gute Portion Pragmatismus und Coolness
zulegen muss, weil es gar nicht anders geht. Beide schreien nach dir? Du kannst
nicht beide gleichzeitig zufriedenstellen, sondern du musst dich jetzt
entscheiden, wessen Bedürfnis dringender ist und aushalten, dass das andere
Kind für einen Moment zurück stehen muss. Das versetzte mich zu Anfang in
fürchterlichen Stress, aber ich wurde immer besser darin: der Kleine brüllt und
will gestillt werden, aber die Dreijährige sitzt noch alleine in der Wanne und
muss aus Risikogründen vorher raus – bedeutet, das Baby schreit fünf Minuten
länger, dafür ertrinkt aber das größere Kind nicht. Gute Entscheidung. Es wird
viele solche Entscheidungen geben und sie werden nicht immer so eindeutig sein,
aber man kriegt Übung. Routine. Coolness. Gelassenheit.

 

DIE ZEIT

 

Am Anfang hatte ich das Gefühl, mir
läuft die Zeit davon. War das beim ersten Kind auch so gewesen, dass die Tage
verflogen? Das Baby wuchs und ich konnte zusehen, wie die Babyzeit verstrich.

 

Tatsächlich nimmt man die Zeit
anders wahr, denn sie wird immer kostbarer, da sie sich jetzt auf mehr Menschen
aufteilt. Gab es vorher Mama-Kind-Zeit, Papa-Kind-Zeit, Familienzeit zu dritt
oder sogar Zeit als Paar, verschwimmt das jetzt zusehends denn der neue kleine
Mensch fordert seinen Teil. Am Anfang hat mich das schockiert und ich dachte,
ich muss mich jetzt von bestimmten Aktivitäten und Plänen verabschieden.
Erstaunlicherweise hat sich aber nicht nur das zweite Kind viel schneller an
den bereits vorhandenen Familienrhythmus angepasst, als das erste (Kunststück,
das erste Kind hat ja erstmalig für einen Familienrhythmus gesorgt), es ist
auch der Anlass dafür, dass bestimmte Phasen bewusster ausgekostet werden
können. Beim ersten Kind war ich so beschäftigt mit dieser neuen Situation,
dass ich MUTTER geworden war, dass ich vieles nicht bewusst genießen konnte.
Das ist beim zweiten Kind anders. Man kann sich auf bestimmte Dinge freuen (das
erste Lächeln, das erste Durchschlafen, das erste „Mama“), weil man weiß, dass
sie kommen. Nicht nur theoretisch, sondern aus eigener Erfahrung. Das macht es
auf eine Weise wieder sehr besonders und führt dazu, dass man als Mama diese
Dinge bewusster und gleichzeitig selbstverständlicher miterlebt.

 

Diese Liste ließe sich noch um
einige Punkte ergänzen, aber ich bin jetzt vor allem gespannt, wie dein Leben mit zwei Kindern sich
entwickelt und freue mich darauf, hier davon zu lesen. Der Einstand der
Minichefin auf deinem Blog wird ja sicherlich nicht allzu lange auf sich warten
lassen…?

 

Bis dahin wünsche ich dir eine
zauberhafte erste Zeit mit deinem Baby, euch allen als Familie genug Raum und
Luft zum Zusammenwachsen und alles alles Liebe,

 

deine Anna

 

3 Comments

  • Vivi

    13. Oktober 2015 at 18:56

    Jetzt habe ich – seit fast 10 Monaten Zweifachmama – ein Tränchen im Auge, das gerade meine Wange runterkullert…So wahre Worte, und vor allem so schöne. Sie hat absolut recht! Euch alles Liebe!

    Antworten
  • Model und Mama

    7. Dezember 2015 at 8:58

    hey kann ich verstehen, dass du Fan von ihrem Blog bist -bin ich selbst auch 😉 und bei der Gelegenheit auch DIR noch mal Gratulation zum zweiten Kind – ich find`s mit zweien auch suuuper und weniger anstrengend als befürchtet 😉

    Antworten

Schreibe einen Kommentar