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Eltern haben eine eigene Zeitrechnung: Ein Gastartikel von Mia vom Blog Mama Mia

Hallöchen!

Heute habe ich wieder einen wunderbaren Gastartikel für euch. Er kommt von Mia vom Blog Mama Mia. Hach nee wat liebe ick ihre Artikel. Ihre Art zu schreiben und die Dinge zu benennen. Das ist so wundervoll. Da kannste einfach nur abschalten und genießen. Wie oft denke ich am Ende einer ihrer Artikel “Wat? Schon zu Ende? Ist doch Mist. Ick will noch mehr lesen!”

Ihr Blog gehört auch zu den wenigen Blogs die ich wirklich von vorne bis hinten durchgelesen habe. Das sind nur eine Handvoll Blogs bei denen ick das tatsächlich gemacht habe. Mama Mia gehört dazu. Mia ist auch außerhalb der Blogosphäre ein sympathisches Persönchen. Ich habe sie schon ein paar Mal getroffen und war entzückt.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß mit dem Artikel von Mia.

Eure Dajana

Eltern
haben eine eigene Zeitrechnung.

 

Möglicherweise
hängt es damit zusammen, dass sie sich in den ersten Monaten mit Baby fast
durchgängig im Halbschlaf befinden. Wenn das Baby nach Monaten endlich
durchschläft, werden sie morgens zum ersten Mal wieder richtig wach und denken
dann: „Huch! Schon Dezember?!“

 

Vielleicht
liegt es auch daran, dass die eigene Zeit einem plötzlich nicht mehr alleine
gehört. Ein sehr großer Teil der Zeit verschwindet scheinbar gerade in den
ersten Wochen mit Baby einfach so. Als der Maxi noch klein war und zwischen
7:00 morgens und 22 Uhr abends gefühlt nur 2 Stunden lagen, stellte ich mir oft
vor, wie der Maxi nachts zwischen den Stillpausen meine Stundenblumen
wegrauchte und ich vermute, dass  Michael Ende als junger Vater die Idee
für „Momo“ gekommen sein muss.

 

Jedenfalls
vergeht die Zeit für Eltern wohl schneller und deswegen hört man von ihnen
ständig: „Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen!“

 

Letzte
Woche saß ich zum Beispiel auf dem Spielplatz auf einer Bank. Der Maxi kurvte
mit seinem Fahrrad um die Tischtennisplatten. Ein kleiner Junge beobachtete
ihn, während sein Vater auf ihn wartete. „Du guckst zu, wie der große Junge
Fahrrad fährt, mh?“, sagte der Vater zu dem kleinen Jungen. Ich schaute kurz
auf, und dann wieder auf mein Handy. Und dann wieder auf! Moment: Großer
Junge?! Der meinte tatsächlich meinen Sohn!

 

Ich bin
die Mutter eines großen Jungen. Wann ist das denn passiert?
Bildrechte: Mama Mia

Ich
habe ihn doch gerade erst zum ersten Mal gesehen. Nach 18 Stunden Wehen lag er
endlich in meinem Arm. Ein unglaublich süßes kleines Gesicht guckte aus dem
Handtuch heraus und ich sagte zum Mann: „Das isser! Jetzt haben wir einen
Sohn!“

Ich
habe ihn zum ersten Mal gestillt. Das war komisch und tat mir anfangs furchtbar
weh. Die ganze erste Nacht hindurch hing er an meiner Brust und ich dachte ich
sterbe vor Schmerzen. In den Morgenstunden schlief er das erste Mal zwischen
mir und dem Mann ein. Da erlebte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich  als Mutter etwas richtig gemacht hatte.
Bildrechte: Mama Mia

Das
erste Bad. Der erste Ausflug im Kinderwagen. Die erste längere Autofahrt. Und
jedes Mal dieses Gefühl, etwas geschafft zu haben, gemeinsam mit meinem Sohn.

So
viele erste Male. Sie machen das Leben aufregender, denn hinter jeder Ecke
warten neue Überraschungen. Und sie machen das Leben schneller. Die Zeit mit
Kindern rast, oder jedenfalls kommt es einem so vor, und in regelmäßigen
Abständen staunen wir dann und sagen: „Aber es war doch erst gestern…!“

 

Ja, die
Zeit mit Kindern rast. Aber bevor sie das tut, passiert zuerst dieses andere
Phänomen der elterlichen Zeitrechnung:

 

Wenn
ein Baby geboren wird, bleibt die Zeit für einen Moment stehen. Alles um uns
herum wird unwichtig, so unwichtig, dass man es ebenso gut ausblenden kann, also
tun wir es ganz automatisch – und dann sehen wir nur dieses Wunder:

 

Wahnsinn,
Du hast ja tatsächlich 10 Fingerchen! Warst Du wirklich eben noch in meinem
Bauch? Und ist das da etwa Papas Leberfleck, den Du da hast?!

 

Bald,
ganz bald kommt die Mini-Chefin, liebste Dajana. Du wirst sie halten und
anstarren und lieben wie verrückt. Vielleicht kommt dann der Mini-Chef
hereingestürmt, und die Zeit bleibt nicht ganz so lange stehen, wie damals, als
er geboren wurde, aber ihr werdet Euren Moment außerhalb von Raum und Zeit
haben.

 

Genieß
den Moment – und genieß es, wenn die Zeit dann weiter rast. Zu viert.

 

Deine
Mia

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