Urlaub mit Kindern: Die (manchmal harte) Realität

Hallöchen!

Langsam öffne ich die Augen und lausche. Ich höre…nichts. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht drehe ich mich noch mal um und schlummere für eine weitere Stunde ein. Ich recke und strecke mich und setze mich erholt und ausgeschlafen in meinem Hotelbett auf. Ich höre immer noch nichts. Ach Urlaub mit Kindern ist doch schön, denke ich.

Ich stehe auf und gehe ins Nachbarzimmer. Den Mini Chef und die Mini Chefin finde ich fröhlich und friedlich spielend auf dem Boden wieder. Beide springen auf und begrüßen mich herzlich, um dann sofort gemeinsam weiter zu spielen.

Mit einem Lächeln im Gesicht schlendere ich ins Badezimmer, um eine ausgiebige Dusche zu nehmen. Nach gefühlten 20 Minuten bin ich fertig und habe dann immer noch genügend Zeit, um mich weiter fertig zu machen. Zwischendurch kommt die Mini Chefin ins Badezimmer gelaufen. Sie zeigt mir, dass ihr Bruder ihr eine Münze geschenkt hat. Wie schön denke ich und mein Herz explodiert fast vor Liebe.

Ich ziehe kurz in Erwägung, mir auch noch die Nägel zu lackieren, da der große Chef die Kinder anzieht und für das Frühstück fertig macht. Ich entscheide mich dann aber dafür, mir aus der Hotelbar schon mal einen Kaffee zu holen. Die Kinder bemerken mein Verschwinden gar nicht, da sie übermutig mit dem Papa auf dem Bett toben.

Als ich wieder ins Hotelzimmer komme, sind die Kinder fertig angezogen und bereit, zum Frühstück zu gehen. Hand in Hand schlendern wir alle gemeinsam mit einem Lächeln im Gesicht zum Frühstücksbuffet. Verschwörerisch lacht mich die Kellnerin an, als ob sie mir sagen möchte “Ach wie schön. Sie sind es wieder. Wenn doch alle Gäste so entspannt und angenehm wie sie wären.”

Wir suchen uns einen Tisch aus und beide Kinder wollen auf dem gleichen Stuhl sitzen. Die Mini Chefin will gerade etwas lauter werden und ihrem Unmut freien Lauf lassen, als der Mini Chef sagt “Hier meine liebe, kleine Schwester. Du kannst auf dem Stuhl neben Mama sitzen. Ich setze mich auf die andere Seite.” Was haben wir doch für einen tollen großen Sohn.

Der Mini Chef läuft allein zum Buffet und holt sich sein Essen. Ich gehe gemeinsam mit der Mini Chefin. Sie an meiner Hand und ich erkläre ihr mit der anderen was es alles gibt. Sie entscheidet sich natürlich für die von mir aufgezeigten Haferflocken, die Banane und die Milch. Ein gesundes und ausgewogenes Frühstück ist sehr wichtig wie ich finde.

 

Mit Kindern in Venedig bei der Ponte di Rialto

Der Mini Chef in Venedig in der Nähe der Ponte di Rialto

 

Das Frühstück verläuft sehr harmonisch. Wir planen unseren Tag und ich kann mir sogar einen zweiten Kaffee holen, da die Kinder nach dem Essen gemeisam auf die Wiese zum Spielen gehen. Entspannt lehne ich mich auf meinem Stuhl zurück, schließe kurz die Augen und denke “Ach ist das Leben schön!”, als ich einen lauten Schreeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii höre….

Um es mit den Worten von Henry aus “Jan & Henry” auszudrücken, denke ich “Wa – wa- was ist denn?” Verschlafen öffne ich die Augen, als mich ein stechender Schmerz durchfährt. Ahhh Mist. Die Kinder haben sich heute Nacht wieder so breit gemacht, dass ich auf gefühlten 10 cm schlafen musste.

Langsam setze ich mich im Bett auf. Die Augen will ich nicht öffnen, denn das Geschrei ist leider noch nicht verstummt. Ich blinzel und sehe die Mini Chefin vor mir stehen. “Mamaaaaaaaaaaaaa. Dexxxzyz hack mir meine Spielkxxzze weckkenommen.” Ich versuche klar zu denken. Das fällt nach einer Nacht mit wenig Platz zum Schlafen und vielen Unterbrechungen leider nicht so leicht.

Ich nehme die Kleine auf den Arm und sie erklärt mir noch mal hektisch, dass ihr großer Bruder ihr etwas weggenommen hat. Na, der Tag fängt ja sehr entspannt an. Ich kläre die Situation und husche ins Bad. Gerade als ich in die Dusche gehen will, ertönt wieder Geschrei und Geheule. Was ist denn jetzt schon wieder?

Ich renne also unbekleidet wieder raus und treffe auf den vor sich hin schimpfenden Mini Chef. Er malt sich selber und ist beleidigt, dass es nicht so aussieht wie er das gern hätte. Ich lobe ihn und sage, dass das doch super aussieht. Er wehrt mich ab und sagt er sei ja noch ein Baby, da er sich nicht malen kann.

Parallel zu meinen Beruhigungsversuchen beginnt die Mini Chefin im rhythmischen Sprechgesang immer wieder “Baby, Baby. Du bist ein Baby!” zu singen. Der Mini Chef tickt völlig aus und schreit, sie solle das bitte sein lassen. Das interessiert sie natürlich nicht die Bohne und sie singt fröhlich weiter “Baby, Baby. Du bist ein Baby!”. Die Mini Chefin singt, der Mini Chef kreischt, der große Chef fragt “Was ist denn hier schon wieder los?!” und ich denke mir nur “Spätestens jetzt sind dann wohl alle auf unserer Etage wach.”

Die Lage hat sich beruhigt und ich stürze in die Dusche. In meiner Eile rutsche ich aus und verletzte mich am Fuß. Boah was eine Scheißeeeeee. “Das sagt man nicht!”  höre ich aus dem Nachbarzimmer.

Nicht mal drei Minuten später bin ich geduscht und fertig fürs Frühstück. Schminken ist nicht. Ich bin froh, dass ich mir noch die Zähne putzen und Concealer unter die Augen knallen konnte. Zu mehr hat es nicht gereicht, denn die nächste Geschwistereskalation bahnt sich an.

“Wer hat Hunger auf Frühstüüüüüüccccckkkkkk?” kreische ich hysterisch, um die Situation zu  entschärfen und die Kinder abzulenken. Beide gucken mich an, als wenn ich nicht alle Tassen im Schrank hätte. Gemeinsam gehen wir runter zum Frühstück. Natürlich nicht, ohne auf dem einminütigem Weg die nächste Ekalation zu haben. Die Mini  Chefin will an meine linke Hand. Doof nur, dass auch der Mini Chef an meine linke Hand will. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch noch eine rechte Hand hätte. Nein! Die Linke muss es sein. Also wieder Geschrei.

Wir schaffen es zum Frühstücksbuffet. Ich mit Mini Chefin auf dem Arm (sie glückseelig lächelnd) und dem Mini Chef an der linken Hand. Beide sind für den Moment zufrieden und icke bin klitschnass vom Tragen mit einer Hand.

Eine Kellnerin sehen wir nicht. Die hat sich wohl versteckt. Würde ich auch machen, wenn sich eine Familie schon so laut im Treppenflur ankündigt.

Wir ergattern einen Tisch in der Ecke. Beide Kinder wollen – wie sollte es auch anders sein – neben mir sitzen. Der große Chef gibt sich die größte Mühe, den Platz neben sich anzupreisen und für die Kids schmackhaft zu machen. Nüscht zu machen. Beide bestehen auf den Sitzplatz neben mir. Also quetsche ich mich in die Mitte und beide Kids, nehmen rechts und links von mir an einer Tischseite die für maximal zwei Personen ausgelegt ist Platz. Gemütlich ist was anderes.

 

Mit Kindern in Venedig

 

Der Mini Chef flitzt zum Buffet, um mit einem Teller vollgeladen mit Croissant und jeder Menge Nutella zurückzukommen. Die Ansprache vom gesunden Frühstück erspare ich mir an dieser Stelle. Ich gehe mit der Mini Chefin. Die Auswahl ist toll, aber die Mini Chefin verweigert alles. Sie hat keinen Hunger. Hmm…na gut. Wat willste machen.

Zurück am Tisch schlingen wir unser Frühstück rein, denn der Mini Chef ist schon wieder fertig und will spielen gehen. Die Mini Chefin will natürlich mit ihrem Bruder mitgehen. Ich versuche sie dazu zubewegen, doch wenigstens ein bisschen Obst zu essen. Das klappt ganz gut, aber dann rennt sie auch schon mit ihrem Bruder los zur Wiese.

Entspannt lehne ich mich auf meinem Stuhl zurück, schließe kurz die Augen, denke “Fünf Minuten Ruhe”, als ich einen lauten Schreeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii höre….

Ich öffne die Augen und beide Kinder stürzen lachend auf mich zu. “Wir haben dich lieb Mama!” ertönt es gleichzeitig aus ihren Mündern, bevor sie wieder lachend Hand in Hand zum Spielen laufen.

Ach ja, denke ich. Der Tag wird wohl doch noch gut.

Ich stelle also fest: Mit Mamaaugen betrachtet, verläuft ein Urlaub mit Kindern nicht immer harmonisch und entspannt ab. Aber wat willste machen?! So ist das Leben mit Kindern halt. Stressig und laut, aber eben auch so schön!

Eure Dajana

 

 

 

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